Brütsch-Hattrick entscheidet Wasserschlacht

Aus den letzten zwei Partien gegen den FC Basel und den FC Zürich holte man trotz guten Leistungen nur einen Punkt. Das Ziel für das Spiel gegen YB war also klar: Ein Sieg musste her und das unter allen Umständen. Die Platzverhältnisse auf der Allmend waren eher grenzwertig. Es war eisigkalt und goss wie aus Kübeln. Auf Grund der prekären Witterungsverhältnisse kamen die Zuschauer keinen Fussballleckerbissen zu sehen. YB und Luzern, welche normalerweise für attraktiven Fussball stehen möchten, waren gezwungen ihre Spielweise den äusseren Umständen anzupassen.

Luzern musste jedoch erst einmal in der 10. Minute ein wunderschönes Gegentor von Ismaili einfangen, bis die Spielweise umgestellt wurde. Statt vorwärts zu spielen und den Ball möglichst vom eigenen Tor wegzuhalten, spielten die Innerschweizerinnen rückwärts und wollten sich mit einem gepflegten Spielaufbau (der auf diesem Platz praktisch unmöglich war) nach vorne kombinieren. Der anschliessende Ballverlust nutzte Ismaili, welche später verletzt ausgewechselt werden musste, gnadenlos aus und hämmerte den Ball in das Lattenkreuz.

Die Innerschweizerinnen wachten nun auf und operierten öfters mit langen Bällen. Die Athletik von Irina Brütsch und Svenja Fölmli stellte die YB- Hintermannschaft immer wieder vor grosse Probleme und so dauerte es nur zwei Minuten, bis Brütsch schliesslich ausgleichen konnte. Sie war die Hauptakteurin im Luzerner-Offensivspiel und man hatte das Gefühl, dass Brütsch am besten mit der tiefen Unterlage zu recht kam. Ihr Solo-Lauf in der 31. Minute wurde schliesslich mit dem 2:1 Führungstreffer belohnt.

In der zweiten Hälfte war Luzern klar das bessere Team und war die gesamte Hälfte spielbestimmend. Die Gäste aus Bern konnten in den zweiten 45 Minuten keine einzige nennenswerte Torchance herausspielen. Die Innerschweizerinnen hingegen, gingen fast schon fahrlässig mit der Chancenauswertung um. Vor allem zwischen der 60. Und 70. Minute liess der FCL beste Möglichkeiten liegen. Die junge Svenja Fölmli überlief die YB-Hintermannschaft mehrmals, doch ihr Abschluss landete einfach nicht in den Maschen. Auch Brütsch, Wyser und Lahmici wurde der Torerfolg verwehrt. Luzern brauchte das Dritte Tor, denn auf diesem Platz hätte selbst aus einem einfachen Befreiungsschlag plötzlich der Ausgleich fallen können. Schliesslich war es erneut die starke Brütsch, welche ihre Leistung mit ihrem dritten Tor an diesem Abend krönte.

Fazit: Endlich hat Luzern den nächsten Vollerfolg! Im dritten Spiel in dieser Woche (trotz der schwierigen personellen Situation), eine solche Leistung auf den Platz bringen zu können verdient höchsten Respekt! Mit einer geschlossenen Teamleistung entschied man die Wasserschlacht auf der Allmend für sich! Luzern war gegen YB klar das bessere Team und der Sieg geht absolut in Ordnung! Hätte das Heimteam die Torchancen noch effizienter ausgenutzt, hätte das Resultat auch noch höher ausfallen können. HOPP LOZÄRN!!!

Telegramm: FC Luzern : Young Boys 3:1 (2:1)

Stadion Hubelmatt Allmend – 150 Zuschauer

Tore:  10. Ismaili 0:1, 12. Brütsch 1:1, 31. 2:1 Brütsch, 78. 3:1 FCL: Honegger, Scodeller (89. Scherrer), Graf, Ruf, Abbühl, Wyser, Häring (65. Sager), Remund (55. Erne), Lahmici, Fölmli, Brütsch Bemerkungen: 23. Gelbe Karte Stöckli (Foulspiel), 87. Minute Gillmann (Foulspiel) Luzern ohne: Egli, Haller, Höltschi, Müller (alle verletzt), Nietlispach (abwesend)

Text Glenn Meier

Fotos Andy Scherrer (www.topsportfotografie.ch)

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