FC Luzern Frauen NLA besiegen Lugano

Nach der Nationalmannschaftspause stieg die Saison gestern Samstag in die dritte Runde. Zu Gast auf der Allmend war der FC Lugano. In der vergangenen Saison gab es, abgesehen vom klaren 0:4 Sieg der Luzernerinnen im Tessin, immer hochdramatische Spiele gegen die Luganesi. Auch in der neuen Saison sollte sich daran Nichts ändern. Lugano spielte in der Startelf mit 10 Amerikanerinnen. Im gesamten Kader der Tessinerinnen, ist gerade einmal eine schweizer Staatsbürgerin zu finden.

Luzern muss auf Grund einer mühsamen Verletzung vier Wochen auf die Teamstütze Chantal Wyser verzichten. Somit war der Staff gefordert, erneut eine schlagfertige Abwehr zusammenzustellen. Man entschied sich, die zuletzt sehr starke Ruf, aus dem Zentrum, auf die Innenverteidgerposition zu stellen. Ruf spielte auch in der neuen Funktion eine super Partie. Sie führte das Team lautstark von hinten an, war präsent, ruhig am Ball, aggressiv in den Zweikämpfen und somit eine gute Unterstützung zu Captain Graf.

Der Posten von Ruf im zentralen Mittelfeld, wurde durch das Comeback von Nicole Remund neu besetzt. Sie zog sich im letzten Spiel der alten Saison, beim 0:4-Sieg in Lugano, einen Muskelfaserriss zu. Remund sprühte vor Spielwitz und bildete mit Müller und Tschopp eine sehr starke Achse im Mittelfeld. Sie war es dann auch, welche gemeinsam mit Müller, den  „FCB-Eckball“, von Petric und Rakitic nach amte und die komplette Mannschaft von Lugano altaussehen liess. Müller hämmerte den Ball nur ein paar Zentimeter am Lattenkreuz vorbei – das wäre ein Traumtor gewesen.

Nur ein paar Minuten später, in der 23. Minute, parierte Lugano Torhüterin Horn, einen Kopfball von Höltschi bravurös auf der Linie. Luzern spielte attraktiv, stand hinten kompakt, war auf allfällige Ballverluste vorbereitet und dominierte das Spiel klar. Schliesslich wurde, nach genialer Vorarbeit von Rahel Sager, Brütsch in der 31. Minute im Strafraum zu Fall gebracht – Penalty. Müller liess sich nicht zweimal bitten und brachte die Innerschweizerinnen hochverdient in Führung. Nur 7. Minuten später durfte sich Brütsch selbst als Torschützin feiern lassen. Ihr „Abschluss“ von der linken Seite landete hinter der Torlinie 2:0. Hätte Remund mit ihrem Schuss, fünf Minuten vor der Pause, nicht nur die Latte getroffen, wäre eine noch höhere Führung drin gelegen.

Wer gedacht hatte, es würde nach der Pause in diesem Stil weitergehen sah sich getäuscht. Remund wurde in der Pause ausgewechselt, denn man wollte das Risiko einer erneuten Verletzung auf keinen Fall eingehen. Ob dieser Wechsel dafür ausschlaggebend war oder einschleichende unkonzentrierte Momente im Spielaufbau, ist nur schwer zu beantworten. Auf jeden Fall kam Lugano besser in das Spiel und bekamen in der 56. Minute einen Penalty zugesprochen. Aber Honegger im FCL-Tor parierte, wie bereits in der letzten Saison, den Elfmeter. Wichtig für die Innerschweizerinnen! Einige hofften wohl, dass diese Aktion einen Weckruf gewesen sein könnte, doch das Spiel ging im selben Stil weiter. Lugano drückte und Luzern war in erster Linie mit Abwehrarbeit beschäftigt. Man konnte die Bälle nicht mehr halten, beging viele Fehlpässe, war nicht mehr aggressiv genug in den Zweikämpfen und hatte grosse Probleme mit den schnellen Spitzen von Lugano. In der 77. Minute wurde Lugano schliesslich für den Aufwand belohnt. Von Ballmoos versenkte einen Freistoss direkt im FCL-Tor – 2:1.

In der 81. Minute tauchte Brütsch, nach einem Abstimmungsproblem in der Lugano Hintermannschaft ganz alleine vor Horn auf. Doch die lauffreudige Stürmerin traf die falsche Entscheidung und somit auch die Vorentscheidung. Doch das Heimteam konnte durch ein starkes Kollektiv und dem hohen Siegeswillen, den ersten Heimsieg einfahren.

Fazit: Die erste Halbzeit waren die bisher besten 45 Minuten in der aktuellen Saison. Doch der Leistungsabfall in der zweiten Hälfte stimmt ein wenig nachdenklich. Denn am nächsten Samstag ist man zu Gast, beim Cupsieger und Schweizermeister, FC Zürich. Dass der FCZ diese Saison das Mass der Dinge ist, dürfte allen klar sein. Gegen diesen Gegner muss eine absolute Topleistung, über die gesamte Spielzeit, abgeliefert werden. HOPP LOZÄRN!!!

Text Glenn Meier

Telegramm: FC Luzern : FC Lugano 2:1 (2:0)

Stadion Allmend – 150 Zuschauer – SR

Tore:  31. 1:0 Müller (Penalty), 38. 2:0 Brütsch, 77. 2:1 von Ballmoos FCL: Honegger, Videira, Graf, Ruf, Abbühl, Müller, Tschopp, Remund (46. Erne), Höltschi (74. Lahmici), Sager, Brütsch (89. Scherrer) Bemerkungen: 40. Lattenschuss Remund, 56. Honegger hält Foulpenalty Luzern ohne: Scodeller, Steiner, Haller, Wyser, Nietlispach (rekonvaleszent). Egli, Häring (verletzt), Jörg, Sager (Aufgebot anderes Team)

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