FC Luzern NLA: „AVE NLA“

Vor ein paar Wochen hätte wohl kaum jemand auch nur einen Rappen auf die Innerschweizerinnen gesetzt. Doch die Luzernerinnen setzten in Genf ein grosses Ausrufezeichen und besiegten Servette mit 2:3.

Irina-Topskorerin der NLA

Die Gäste legten los wie die Feuerwehr. Häring lief nach bereits 10 Minuten alleine auf Silva zu und hätte den FCL frühzeitig in Führung bringen können. Aber die Torhüterin entschied dieses erste Duell für sich. Zwei Zeigerumdrehungen später zeigten Brütsch und Fölmli auf beeindruckende Weise, wieso sie eines der besten Sturmduos in der Schweiz bilden. Nach einem guten Ball von von Remund in die Tiefe, bediente Fölmli die lauffreudige Brütsch, welche den Ball zur 0:1-Führung in die Maschen hämmerte. Mit diesem Tor übernimmt Irina Brütsch die Führung in der Torschützenliste der NLA!

Nach der Führung nahm Luzern den Fuss vom Gas und agierte extrem passiv. Die Gäste leisteten sich schliesslich in der 21. Minute einen unnötigen Ballverlust auf einer zentralen Position und Servette konnte mit viel Glück, wie à Innenpfosten ausgleichen. Nur vier Minuten später hatte das Heimteam einen totalen Aussetzer und spielten ohne jeglichen Druck, das Leder Brütsch in die Füsse. Leider konnte die Stürmerin diese Einladung nicht wie gewünscht annehmen.

Ein unnötiger Freistoss in der 34. Minute führte schliesslich zum Ausgleich. Der Ball wurde scharf zur Mitte getreten und eine super Kopfballverlängerung liess Honegger keine Chance. Die Innerschweizerinnen liessen den Kopf nicht hängen und kämpften sich zurück in die Partie und so konnte Brütsch in der 36. Minute nur noch mit einem Foul gestoppt werden – Elfmeter. Remund blieb, wie bereits gegen den FC Basel, cool und versenkte den Ball hervorragend im Netz. Kurz vor der Pause kratzte Silva einen Abschluss von Brütsch mit einer übermenschlichen Parade aus dem Lattenkreuz. Der anschliessende Eckball war eine weitere Grosschance für Brütsch, aber auch diese Möglichkeit liessen die Gäste liegen.

Die zweite Hälfte war weiterhin Unterhaltung pur für die Zuschauer! Praktisch mit dem Wiederanpfiff kam Servette zu einer Grosschance. Aber die starke Ruf konnte den Ball im letzten Moment von der Linie klären. Zehn Minuten später krönte Fölmli ihre fantastische Leistung mit dem 2:3 Führungstreffer. Die Genfer-Defensive bekam die Stürmerin über die gesamte Spielzeit nie in den Griff.

Nur zwei Minuten später hätte Servette aber wieder ausgleichen müssen, doch die omnipräsente Honegger reagierte zwei Mal überragend und konnte die Gästeführung festhalten. Der anschliessende Gegenangriff hämmerte Brütsch mit einem super Abschluss nur wenige Zentimeter am Lattenkreuz vorbei – hier hätte Silva definitiv das Nachsehen gehabt.

In der Schlussviertelstunde liess Luzern nichts mehr anbrennen. Die Abwehr konnte die pfeilschnelle Sarrasin über die gesamte Spielzeit neutralisieren und verteidigte die Führung stark. Jede einzelne Spielerin ging über ihre persönliche Leistungsgrenze hinaus und zeigte absoluten Siegeswillen. Dieser Siegeswille, welcher vor ein paar Wochen noch wie weggeblasen schien. Fölmli hätte in der 74. und 76. Minute den Sieg frühzeitig sichern können, doch Silva im Tor des Heimteams spielte eine super Partie. Hätte Luzern in den letzten Angriffen noch ein wenig cleverer agiert, hätte der Sieg noch höher ausfallen müssen.

Fazit: Eine unbeschreibliche Teamleistung vom FCL! Die „totgeweihten“ Innerschweizerinnen melden sich zurück und dürfen stolz sein, mit dieser Leistung ein Ausrufezeichen gesetzt zu haben! Am nächsten Sonntag ist das 2. Platzierte Lugano zu Gast auf der Luzerner Allmend. Das Team braucht eine „12 Person“ im Rücken – also ALLE auf die Allmend! HO-HO-HOPP LOZÄRN!!!


Telegramm: Servette FC : FC Luzern 2:3 (2:2)

Stade de Geneve – 300 Zuschauer

Tore:  12. 0:1 Brütsch, 21. 1:1, 34. 1:2, 37. 2:2 Remund (Penalty), 55. Fölmli FCL: Honegger, Scodeller (60. Sager), Graf, Ruf, Abbühl, Wyser, Müller (65. Lahmici), Remund, Häring (85. Erne), Brütsch, Fölmli Bemerkungen: 8. Gelb Jakupi (Foul), 38. Gelb Castro (Foul) Luzern ohne: Egli, Scodeller, Höltschi, Haller (alle verletzt)

Text Glenn Meier