FC Luzern NLA-Frauen mit Auftaktniederlage

Der FC Luzern hat gleich acht externe Zuzüge getätigt und vier Spielerinnen aus der U19 in das NLA Kader integriert. In den nächsten Monaten nicht zu rechnen, ist mit den langzeitverletzten Nietlispach, Haller, Häring und Captain Egli. Dazu befinden sich Remund, Lahmici, Scodeller und Schegg im Aufbau. Der Trainerstaff hat also die schwierige Aufgabe schnellst möglich, den neuen Spielerinnen die Spielphilosophie einzuimpfen.

Aus der vergangenen Saison wusste man, wie wichtig ein guter Saisonstart sein kann. Stand man doch letztes Jahr nach einigen Runden auf Platz 1 in der Tabelle. Dieses Jahr sollte es anders kommen. Da die Leistungsträgerinnen Wyser und Tschopp, durch ihre Abwesenheit an der U19 Europameisterschaft, erst drei Trainingseinheiten mit dem Team absolviert hatten, stand ein Team auf dem Platz, welches in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt hatte. Captain Rahel Graf fehlte zusätzlich noch durch eine Sperre, welche sie sich im letzten Saisonspiel in Lugano abholte.

Die Innerschweizerinnen starteten engagiert und motiviert in die Partie. Das Heimteam war klar spielbestimmend, drängte GC in die eigene Hälfte zurück und kreierte Torchancen. Jedoch dauerte es bis zur 17. Minute als Brütsch in Strafraum zu Fall gebracht wurde – Penalty. Der starke Neuzugang von YB, Melanie Müller, liess sich nicht zweimal bitten und hämmerte den Ball zur Führung in das Netz. Nur 5 Minuten später lief Brütsch alleine auf GC Torhüterin De Haan zu und hätte auf 2:0 erhöhen müssen.

Luzern blieb das bessere Team, jedoch spürte man, dass einige Automatismen noch nicht gewünscht funktionierten. Immer wieder gingen die Innerschweizerinnen ein extrem hohes Risiko ein, gewisse Abstände stimmten nicht und man war oft nicht für einen allfälligen Ballverlust positioniert, sondern spielte fast halsbrecherisch offensiv. So konnte man sich bei Honegger bedanken, welche eine Grosschance von GC mit einem überragenden Reflex zu Nichte machte.

Zur Pause musste die starke Rahel Tschopp nach Übelkeit ausgewechselt werden – extrem ärgerlich für das Team. Luzern wollte in der zweiten Hälfte das Risiko runterschrauben doch genau das Gegenteil war der Fall. Das Heimteam agierte eher noch riskanter und leistete sich auf den zentralen Positionen im Mittelfeld immer wieder haarsträubende Ballverluste! So war es eine Frage der Zeit bis GC, mit der letztjährigen Torschützenkönigin Caroline Müller, eine Einladung annehmen würde. Genau die erwähnte starke Stürmerin bestrafte das kopfloseagierende Heimteam gnadenlos und führte den Luzernerinnen, praktisch im Alleingang, eine schmerzhafte 1:2 Startniederlage zu.

Luzern war zwar gewillt zu reagieren, doch man spielte die Angriffe zu wenig druckvoll zu Ende. Die beste Chance hatte Rahel Sager in der 74. Minute. Doch hier Abschluss konnte auf der Linie geklärt werden und so blieb der Ausgleichstreffer aus.

Dieses Startspiel hat man sich aus Innerschweizersicht ganz anders vorgestellt. Es wartet viel Arbeit auf das Team und den Staff in der nächsten Woche. Am kommenden Samstag muss man nach Yverdon in das Stadion Municipal. Nicht daran zu denken, was passiert, wenn man auf diesem extrem grossen Platz in Yverdon erneut mit einem solchen Risiko agiert. Doch die Mannschaft wird das im Verlauf der nächsten Wochen hinbekommen. Die Luzernerinnen benötigen noch ein wenig Zeit um sich besser zu finden und die Schönheit des Fussball, mit einem gesunden Risiko, zu verinnerlichen. HOPP LOZÄRN!!!

Text Glenn Meier

Fotos Dominik Stegemann und Andy Scherrer

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