NLA – Beste Rückrundenleistung nicht belohnt

Hätte man die Zuschauer auf der Allmend nach 10 Minuten gefragt, welches Team dieses Spiel um Platz 3 für sich entscheiden würde, hätten wohl die wenigsten auf die Gäste aus Genf gewettet. Luzern zeigte ein komplett neues Gesicht und legte los wie die Feuerwehr. Die Innerschweizerinnen kämpften alle für einander, legten ein hohes Laufpensum an den Tag und spielten mutig und attraktiv nach vorne. Bereits in der 3. Minute hätte das Heimteam in Führung gehen müssen, die junge Svenja Fölmli lief alleine auf Silva zu, doch die Stürmerin legte sich den Ball im entscheidenden Moment ein kleines Stück zu weit vor.

Servette kam erst in der 13. Minute zum ersten Mal über die Mittellinie und schlug einen hohen Bogenball in Richtung Luzerner Strafraum. Eigentlich eine ungefährliche Situation. Doch die Luzerner Hintermannschaft hatte ein komplettes Blackout und so liess sich die starke Sarrasin nicht zwei mal bitten und brachte die Gäste, komplett gegen den Spielverlauf, mit 0:1 in Führung. Wer gedacht hatte Luzern würde dadurch an Dominanz verlieren wurde eines Besseren belehrt. Lahmici und Brütsch wirbelten über die Flügel und hätten die beiden athletischen Spielerinnen den letzten Pass das ein oder andere mal genauer gespielt, wäre Luzern noch mehrmals brandgefährlich zum Abschluss gekommen. Das Mittelfeld mit Müller, Remund und Wyser war überall auf dem Platz zu finden und im Gegensatz zu den letzten Partien, auch immer wieder im Strafraum des Gegners anzutreffen. Nicole Remund hätte in der 41. Minute ihren starken Auftritt der ersten Hälfte beinahe noch selbst belohnt, doch Silva blieb erneut Siegerin. Servette spielte keine nennenswerte Torchance heraus. Die Genferinnen kamen maximal durch Standartsituationen oder einer „Einladung“ von Luzern in die Gefahrenzone. Die erste Hälfte gehörte klar dem FC Luzern, der die beste Halbzeit der Rückrunde spielte.

In der zweiten Hälfte gehörte die erste Torchance erneut dem Heimteam. Irina Brütsch schloss in der 49. Minute einen super Angriff zum vermeintlichen 1:1 ab- doch die Unparteiische entschied auf Abseits. Die nächste Torchance gehörte Fölmli. Aber ihr Abschluss konnte im letzten Augenblick von der sehr starken Stahl abgeblockt werden. Luzern blieb klar spielbestimmend. Servette wusste sich sehr oft nur mit überharten Fouls zu helfen, doch das Heimteam konnte aus den vielen stehenden Bällen kein Tor erzielen. Müller, Lahmici, Fölmli – Chancen waren da, doch es fehlte die letzte Konsequenz um den Ball im Tor unterzubringen. Servette stellte sich geschickt an. Sie spielten clever auf Zeit, blieben hart in den Zweikämpfen und beschränkten sich auf das Kontern. Dass dieses Team das Kontern beherrscht, zeigte sich in der 77. Minute. Luzern hatte nach einem Ballverlust zu wenig Druck auf den Ball, die Abwehr des Heimteams liess sich viel zu spät fallen und so spielte die pfeilschnelle Sarrasin ihre ganze Klasse aus und erhöhte auf 0:2.

Das Tor zum 0:2

Es war ein Spiel wo man das Gefühl hatte, dass Luzern noch stundenlang hätte weiterspielen können- ein Tor wäre wohl an diesem Tag nicht gefallen. Das letzte Mal als Luzern zu Hause kein Tor erzielen konnte liegt eine ganze Weile zurück – das war am 29.09.2018.

Fazit: Die beste Rückrundenleistung wurde nicht belohnt. Jede Spielerin übernahm Verantwortung und versuchte ihre bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen. Luzern hatte zwei gesunde Auswechselspielerinnen auf der Bank und auch dadurch liess sich das Team nicht beirren. Der FCL muss wieder mehr Stabilität in die Abwehr bekommen, hart weiterarbeiten und genau mit dieser Leidenschaft agieren, dann werden auch wieder Punkte folgen! HOPP LOZÄRN!

Telegramm: FC Luzern : Servette FC 0:2 (0:1)

Allmend Süd– 250 Zuschauer

Tore:  13. 0:1 Sarrasin, 77. 0:2 Sarrasin FCL: Honegger, Scherrer (76. Erne), Graf, Ruf, Abbühl, Wyser, Müller, Remund, Brütsch, Lahmici (85. Nietlispach), Fölmli
Bemerkungen: 49. Abseitstor Brütsch, 42. Gelb Voirol (Foul), 63. Gelb Silvério (Foul) Luzern ohne: Egli, Scodeller, Höltschi, Häring, Haller, Bruderer (alle Verletzt), Sager (abwesend)

Text Glenn Meier

Fotos Andy Scherrer (www.topsportfotografie.ch)