NLA – dramatisches Ausscheiden im Cup!

Titelbild Andy Scherrer

Die 120 Minuten Achterbahnfahrt der Gefühle für das FCL NLA Team

Vor einer super Zuschauerkulisse startete der Cup ¼ Final gegen Lugano. Bereits nach 7. Minuten lag das Heimteam mit 0:2 im Rückstand. In der 4. Minute beging man ein unnötiges Foul und verteidigte den anschliessenden Freistoss nicht konsequent. Nur drei Zeigerumdrehungen später staffelte die Abwehr, auf einen langen Ball, zu spät und Albisser im FCL-Tor, musste bereits zum zweiten Mal hinter sich greifen.

Danach legten die Innerschweizerinnen den Schalter um und dominierten die Partie von A-Z. Die Gäste aus dem Tessin, kamen mit dem FCL-Spielsystem überhaupt nicht zurecht. Wyser und Reuteler vergaben in der 14. – und 15. Minuten jeweils zwei Grosschancen. Lugano hatte in der ersten Hälfte nur noch einen  gefährlichen Freistoss, zu verzeichnen. Kurz vor der Pause wurde die FCL-Dominanz schliesslich belohnt. Brütsch, welche die Spielerinnen von Lugano immer wieder im 1:1 stehen liess, konnte in der 41. Minute nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Der anschliessende Penalty versenkte Captain Graf sicher.

Anpfiff zur zweiten Hälfte. Brütsch auf Reuteler, Reuteler auf Remund, welche die gesamte linke Seite von Lugano überlief und mustergültig Bitzi bediente. Es fehlten nur Millimeter zum ersten Nationalliga A Tor der jungen U19 Spielerin. Dass wäre, nach nur 46 Sekunden, ein Start nach Mass in die zweite Hälfte gewesen. Doch in der 50. Minute begeht das Heimteam erneut ein absolut unnötiges Foul. Wie bereits in der ersten Hälfte wird nicht konsequent verteidigt und wieder schlägt der Ball, nach einem Freistoss, im FCL-Tor ein. Erneut musste man einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherrennen. Lugano hatte noch keine einzige Torchance aus dem Spiel heraus kreiert und trotzdem bereits drei Mal getroffen.

Wer gedacht hat, dass die junge FCL Equipe nun den Kopf hängen lassen würde lag falsch. Lugano konnte sich nicht mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Einbahnfussball auf das Tessiner-Tor. Phasenweise stand FCL-Torhüterin Albisser praktisch an der Mittellinie. Das Team kämpfte um jeden Meter auf dem Rasen und schliesslich wurde in der 81. Minute Bitzi, erneut im Strafraum, von den Beinen geholt – Penalty! Wieder setzte sich Graf den Ball und erzielte den Anschlusstreffer. Lugano konnte nicht mehr reagieren und fieberte dem Schlusspfiff entgegen. Ganz anders das Team aus Luzern. Die Innerschweizerinnen powerten weiter nach vorne, Angriff um Angriff wurde lanciert. Schliesslich lief die 86. Minute und ein Abpraller landete vor den Füssen der eingewechselten Chantal Ruf. Eine perfekte Ballannahme, ein noch besserer Abschluss – Ausgleich – 3:3. Nun gab es kein Halten mehr – was für eine Leistung, was für eine Moral. Diese Mannschaftsleistung, mit diesem jungen- und unerfahrenen Team, ist kaum in Worte zu fassen.

In der Nachspielzeit vergab Luzern noch einmal zwei Grosschancen zum Sieg. Doch Lugano konnte sich in die Verlängerung retten. Die Verlängerung war dann schliesslich ein Abnützungskampf ohne wirklich gute Torchancen auf beiden Seiten.  Es folgte der Abpfiff und  das Elfmeterschiessen.

Captain Rahel Graf übernahm sofort die Verantwortung und legte sich den dritten Elfmeter zurecht. Doch es sollte nicht sein. Ihr Schuss wurde mit den Fingerspitzen an den Pfosten gelenkt und Lugano traf. Die jungen Luzernerinnen Wyser, Reuteler, Schegg (alle Jahrgang 99) und Lötscher (Jahrgang 98), verwandelten ihre Elfmeter unglaublich abgeklärt. Doch Lugano traf mit allen fünf Elfmeter und zieht somit in den Cup Halbfinal ein.

Unfassbar bitter für die FCL-Mannschaft. 110 Minuten hat man das Spiel dominiert und einen genialen Teamspirit auf den Platz gebracht. Trotzdem ging man als Verlierer vom Feld.

Nun steht man bereits am Mittwoch wieder gegen YB im Einsatz. Danach folgen die Partien gegen den FCZ und Basel. Das Team von Glenn Meier und Kudi Ulrich läuft seit längerem auf dem Zahnfleisch. Diese 120 Minuten gingen auch noch einmal richtig an die Substanz. Bleibt abzuwarten, ob die Luzernerinnen diese Niederlage mental- und körperlich bis zum Mittwochspiel gegen YB (welche am Wochenende spielfrei hatten) verarbeiten können. HOPP LOZÄRN!

Telegramm: FC Luzern: FC Lugano 3:3 (7:8 n.P.)

Sportanlage Hubelmatt, 350 Zuschauer

Tore: 4. Eigentor 0:1, 6. Rodriguez 0:2, 43. Graf  (Penalty) 1:2, 50. Rodriguez 1:3, 81. Graf (Penalty) 2:3, 86. Ruf 3:3. Penalty: Graf scheitert, Curtin 3:4, Reuteler 4:4, Tonelli 4:5, Wyser 5:5, Cameron 5:6, Lötscher 6:6, Greco 6:7, Schegg 7:7, Cannone 7:8. FCL: Albisser, Bitzi, Lötscher, Graf, Häring, Sager, Stapelfeldt (69. Ruf), Wyser, Reuteler, Remund (106. Schegg), Brütsch (114. Scheiber) Bemerkungen: 82. Rada Gelb (Foul), 101. Cannone Gelb (Foul) Luzern ohne: Tschopp, Haller, Egli, Schürch, Scodeller, Schnider (alle verletzt), Honegger, Videira (abwesend).

Siegtreffer zum 7:8 (Video Erwin von Moos)

Fotos Andy Scherrer, Andy Stocker, Erwin von Moos