NLA: Ein Tag zum Vergessen

Luzern war zu Gast in der Ostschweiz. Das Team musste auf Grund von diversen Ausfällen umgebaut werden. Captain Rahel Graf fehlte verletzungsbedingt und Melanie Müller, sowie Stephanie Erne lagen mit einem Infekt im Bett.

Die erste Chance der Partie gehörte den Innerschweizerinnen. Bereits in der zweiten Spielminute lief Bischof alleine auf Oertle zu, verzog ihren Abschluss aber am Tor vorbei. Nur zwei Zeigerumdrehungen später war es Hefti, welche das Heimteam in Führung brachte. In dieser Situation haben sich wohl alle Zuschauer gefragt „Wo ist die FCL-Abwehrkette“? Denn die Hintermannschaft der Gäste war schlichtweg aufgelöst, so als würde man ohne Abwehr spielen.

Die erste Hälfte war kein Genuss für die Zuschauer. Das Spiel war geprägt von vielen Fehlpässen, Fouls und langen Bällen. Luzern bekundete grosse Mühe mit dem klebrigen, sowie schmalen Terrain und zeigte sich überrascht von der aggressiven und frechen Spielweise der Ostschweizerinnen. Genau so überrascht wurde das Team in der 18. Minute. Nachdem ein klares Foulspiel an Schnider nicht geahndet wurde, beging die Aussenverteidigerin in ihrem Frust ein taktisches Foul seitlich an der Strafraumgrenze. Beim anschliessenden Freistoss, welcher flach ausgeführt wurde, reagierten die Innerschweizerinnen viel zu langsam und es stand 2:0 für den Aufsteiger.

In der zweiten Hälfte stellte Luzern das System um, hatte dadurch besseren Zugriff auf das Spiel und kam auch zu diversen Torchancen. Scodeller, Pando und Fölmli konnten aber nie wie gewünscht abschliessen. St. Gallen beschränkte sich nun auf das Kontern und das machte das Heimteam richtig gut. Meistens war es aber das Gästeteam, welches die Angriffe der St. Galler selbst einleitete. Mit katastrophalen Fehlzuspielen aus der Abwehr heraus, tödlichen Ballverlusten im Mittelfeld und Abstimmungsproblemen, machte sich Luzern das Leben selbst schwer.

Dass Oertle in der 78. Minute den Ball von Fölmli mit einer Glanzparade aus dem Lattenkreuz fischen konnte, Schnider nur die Latte traf und Luzern auch noch einen Penalty verschoss, passte zum Spiel. Lange ist es her, dass die Innerschweizerinnen kein Tor in einem Spiel erzielen konnten – und diese Tore sind nötig, denn solange man pro Spiel immer zwei Gegentore einfängt, wird es schwierig Punkte zu holen.

Telegramm: FC St. Gallen-Staad : FC Luzern 2:0 (2:0)

Gründenmoos, St. Gallen – 200 Zuschauer
Tore:  4. 1:0 Häfti, 18. 2:0 Brecht FCL: Bruderer, Schnider, Ruf, Ramseier, Abbühl, Wyser, Scodeller, Jackson, Bischof, Pando, Fölmli
Bemerkungen:  64. Gelbe Karte Schnider (Foul), 73. Gelbe Karte Bischof (Foul), 77. Gelbe Karte Colombo (Foul), 84. Lattenschuss Schnider, 89. Luzern verschiesst Foulpenalty
Luzern ohne: Graf, Remund, Egli, Höltschi (alle verletzt), Müller, Erne (krank), Haller (rekonvaleszent).

Text: Glenn Meier