NLA – Machtdemonstration gegen Lugano

Dass Lugano diese Saison, gemeinsam mit dem FC Zürich, ein top Team zusammengestellt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Ein Torverhältnis von 19:8 spricht für sich und der aktuelle 2. Tabellenrang resultiert daraus. Die Tessinerinnen stellen mit Maksuti sogar die führende Person in der Torschützenliste. Doch Luzern wusste, dass man mit einem Sieg zur absoluten Spitzengruppe aufschliessen konnte.

Genau so starteten die Innerschweizerinnen auch in die Partie. Bereits nach vier Minuten war es Höltschi, welche einen perfekten Ruf-Eckball verwertete! Danach folgten Chancen für Luzern im 10-Minutentakt. Zuerst scheiterte Videira, dann Brütsch und in der 36. Minute verschoss Luzern sogar noch einen Penalty. Ein gefährliches Resultat zur Pause, gegen die überharteinsteigenden Tessinerinnen, welche mit dem Tempo, dem Spielwitz und der Kompaktheit vom FCL schlichtweg überfordert waren.

Doch wer gedacht hatte in der zweiten Hälfte würde sich am Spielgeschehen etwas ändern, hatte sich gewaltig getäuscht. In der 56. Minute gewann die omnipräsente Müller im Zentrum den Ball und Remund, welche auch eine geniale Partie spielte, legte den Ball perfekt für Brütsch auf, welche jedoch an Horn scheiterte. Zwei Minuten später war es Videira welche ihren Schuss auch nicht im Tor unterbringen konnte. Wiederum zwei Minuten später die nächste Grosschance für Luzern durch Dauerläuferin Höltschi. Hätte man der Stürmerin an diesem Tag einen Kilometerzähler angehängt, wäre auf der Anzeige wohl „Error“ aufgeleuchtet, da dass Gerät mit der Anzahlkilometer überfordert gewesen wäre.

Die grösste Torchance in der zweiten Hälfte hatte jedoch Brütsch. Nach wiederum perfekter Vorarbeit von Remund, scheiterte die Topscorerin, in der 62. Minute, erneut an Horn. Der Deckel machte dann schliesslich Müller in der Nachspielzeit drauf. Auf unglaublich beeindruckende Weise stellte sie unter Beweis, weshalb sie zu den besten Fussballerinnen der Schweiz gehört. Mit einem Tempo-Solo aus der eigenen Hälfte heraus, degradierte sie alle Gegenspielerinnen aus Lugano zu Statistinnen. In Diego Maradona-1986-Manier, umlief sie alle Gegenspielerinnen im höchsten Tempo ohne einmal die Kontrolle über den Ball zu verlieren und krönte somit ihre überragende Leistung gleich selbst.

Für alle die sich nun fragen weshalb der Matchbericht so „parteiisch“ geschrieben wurde und keine Torchance von Lugano erwähnt wird, die Erklärung ist einfach: Der FCL, zeigte eine nahezu perfekte Leistung gegen den Ball und hatte mit der jungen Scherrer, Graf, Ruf und Abbühl eine Abwehr, welche über die gesamte Spielzeit keine einzige Torchance zuliess.

Fazit: Ein diskussionsloser Sieg gegen ein absolutes Topteam. Der Mannschaft gebührt ein grosses Kompliment. Auch die lautstarken, mitgereisten Fans waren begeistert und stolz auf das Team. Die Leistungen in dieser Saison stimmen definitiv und die gute Nachricht – das Team greift immer besser ineinander. HOPP LOZÄRN!!!

Telegramm: FC Lugano : FC Luzern 0:2 (0:1)

Stadion Cornaredo – 150 Zuschauer

Tore:  4. 0:1 Höltschi, 91. 0:2 Müller FCL: Honegger, Scherrer, Graf, Ruf, Abbühl, Müller, Remund, Brütsch, Erne (80. Sager), Videira (74. Scodeller), Höltschi (87. Lahmici) Bemerkungen: 36. Luzern verschiesst Foulpenalty Luzern ohne: Egli, Häring, Steiner, Haller (alle verletzt),Wyser, Nietlispach (rekonvaleszent). Tschopp, Flühler, Jörg (abwesend)

Text Glenn Meier