U17 – Verschenkte Punkte gegen den Schweizer Meister

Die Ausgangslage war klar. Die Luzernerinnen waren aufgefordert eine Reaktion auf die Niederlage vom vergangenen Spieltag gegen die Grasshoppers zu zeigen. Erneut kam der Gegner aus dem Kanton Zürich. Diesmal in Form des amtierenden Schweizer Meisters FC Zürich, welcher die Tabelle bereits wieder verlustpunktlos anführt.

Die erste Halbzeit zeigte sich ausgeglichen. Die Luzernerinnen schafften es durch Kompaktheit, guter Organisation und viel Aggressivität in den Zweikämpfen die Zürcherinnen vor Probleme zu stellen.

Immer wieder schafften es die Löwinnen durch Balleroberungen im Mittelfeld Umschaltsituationen zu kreieren. Die Gäste fanden praktisch keine spielerischen Lösungen um mal gefährlich vor das Tor von FCL Keeperin Konzett zu gelangen.

In der 10. Und 12. Spielminute gelang den Luzernerinnen ein Doppelschlag zur 2-Tore Führung. Zuerst fand ein satter Weitschuss von Rebecca Buchle den Weg über FCZ-Torhüterin Romero ins Netz, dann doppelte Mara Studer mit einem sehenswerten Treffer nach.

Die 17. Spielminute brachte dann das Anschlusstor für die Zürcherinnen. Ein Weitschuss von Lena Kägi landete im FCL-Tor. Die Zürcherinnen fanden jedoch weiterhin kaum spielerischen Lösungen um die Luzernerinnen vor grössere Probleme zu stellen. In der 36. Minute verletzte sich FCL-Captain Michelle Reinschmidt und konnte nicht mehr weiterspielen. Nicht unverdient ging es mit einer 2-1 Führung aus Sicht des Heimteams in die Pause.

Der zu erwartende Sturmlauf der Zürcherinnen blieb zu Beginn der 2. Hälfte aus. Es waren die Gastgeberinnen, welche besser aus der Pause kamen und mehr Spielanteile besassen.
Tanja Hengartner hätte den 2 Tore Vorsprung wiederherstellen müssen. Ihr Kopfball verfehlte jedoch das Ziel knapp.

Es war dann die 59. Spielminute, welche das Spiel in andere Bahnen lenkte. Ein Missverständnis zwischen Innenverteidigerin Larissa Bluntschli und Torhüterin Mägi Konzett wurde von FCZ-Flügel Kägi dankend angenommen und zum Ausgleich verwertet. Ein klassischer Momentum-Changer.  Das Spiel drehte sich nun. Die Zürcherinnen bekamen ihr Selbstbewusstsein zurück, die Luzernerinnen wurden ängstlich und verunsichert. Einmal mehr zeigte sich, dass ein Fussballspiel meistens im Kopf entschieden wird. Die Gäste gewannen nun vermehrt die Zweikämpfe, waren aktiver und stellten die Körpersprache auf Sieg.

In der 63. Minute wechselte der FCZ Alketa Rama ein, welche mit einem klassischen Hattrick zur Matchwinnerin wurde. Allzu viel Anstrengung musste sie bei den jeweiligen Toren jedoch nicht aufwänden, da alles haarsträubende Defensivfehler der Luzernerinnen waren. Am Schluss gewann der Gast aus Zürich, nicht unbedingt verdient, aber halt im Stiele einer Spitzenmannschaft clever genug die Offerten der Löwinnen anzunehmen, mit 5-2.

Einmal mehr stimmte Aufwand und Ertrag bei den Luzernerinnen nicht überein. Eine über 60 Minuten sehr gute Leistung und die Erkenntnis, das man mit der richtigen Mentalität und Überzeugung auf Augenhöhe mit dem FCZ ist, wird erneut überschattet von krassen individuellen Eigenfehlern.

Die jungen Löwinnen werden lernen müssen selbstbewusster und von sich überzeugter aufzutreten und sich nicht vom Selbstverständnis und der Souveränität eines FCZ die Butter vom Brot nehmen lassen.

Schlimmer als die unnötige Heimniederlage ist jedoch die Verletzung von Captain Michelle Reinschmidt, welche wohl einige Wochen ausfallen wird. Der ganze Verein wünscht ihr an dieser Stelle eine rasche Genesung und eine baldige Rückkehr aufs Spielfeld.

FCL Spitzenfussball Frauen U17 – FC Zürich Frauen U17         2:5 (2:1)

Konzett; Hengartner (72. Schärli), Reinschmidt (36. Bluntschli), Troxler, von Moos; Bucher; Buchle, Kenel, Mühlemann, Geisel; Studer (60. Weber)

Tore für Luzern: 10. Buchle 1-0 / 12. Studer 2-0

Text Sandro Waser

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